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| Neulich im Latino-House... ...oder was Männer, Frauen und Fußball gemeinsam haben Letztens habe ich mich mit einigen Freunden im Latino-House getroffen. Obwohl ich eigentich dem Alkohol nicht so zugeneigt bin, überredete man mich schnell zu einem Ist-doch-nur ein 0,3er-Bierchen. Letztendlich wurde daraus aber einer von diesen Na-eins-kannst-du-noch-Abenden, deren soziokulturelle Existenz-berechtigung sich nur vage definieren lässt. Die Bar war zugeraucht, der Lautstärke-pegel war hart an der Grenze und beim Klogang wurde demonstrativ auf das Händewaschen verzichtet. Dominierendes Thema war wie immer Fußball. Nichts machte diesen Abend zu etwas Spektakulären, bis ein hübsches Mädchen am Tresen auftauchte. In meinem angetrunkenen Übermut rutschte mir die eher spaßig gemeinte Frage über die Lippen, wo wir den selber spielen würden. FEHLER! Die mich nun konfrontierenden Reaktionen kannte ich bis dahin nur von konsumgenervten Muttis, die einen mit furchigen Blicken zuflasterten, bloß weil man an der Kasse mal wieder verpeilt hat, das Nächster-Kunde-Trennklötzchen hinzulegen! Am Tisch griffen erst mal alle zu ihren Gläsern, während ich betreten am Bierdeckel puhlte. Um letzte Sympathien zu retten sagte ich: Wir sind halt altein-gesessene Bundes-ligisten. Dadurch kam allerdings auch keine Heiterkeit auf. Jeder musterte den anderen und gab sich innerlich selbstkritisch ein eigenes Ranking. War es jetzt besser erfolgreich in einer niedrigeren Klasse zu spielen, oder sollte man doch einen Abstiegskandidaten in einer höheren Klasse favorisieren? Ernüchterung hielt Einzug und man hatte die Tabellen der Regional-, Verbands- und Oberliegen deutlich vor Augen. Der Fußball, der uns in diese Scheiße ge-bracht hatte, musste uns hier wieder rausholen. Der Retter kam in Form des DFB. Er hatte an uns gedacht! Es gab ja noch den POKAL! Der Pokal mit seinen eigenen Gesetzen. Wo jede Scheißmannschaft locker einen Bundesligisten als Gegner bekommen kann. Na bitte. Wir waren wieder am Start. So wie Regionalligisten vom Pokalendspiel in Berlin träumen, so kamen auch die Bundseligafrauen wieder zurück in unsere Köpfe. Letztlich einigte man sich, dass hier doch relativ coole Typen am Tisch seien und man ja eigentlich ganz gut aussehe. Die nächsten Runden wurden bestellt, während sich das schöne Mädchen vor der Bar intensiv mit einem Sascha-Typen unterhielt. Aber was wussten die schon von Fußball! Wir haben wenigstens noch Träume! Wir fahren nach Berlin! (R.A.T.) |