CD: Farin Urlaub
Farin Urlaub verreist allein
 

Vorweg gesagt: Der Titel ist Programm. Er soll natürlich weniger den Neid des arbeitenden Bevölkerungsteils wecken oder die Alkoholsucht Langzeitarbeitsloser vorantreiben… na doch. Vielmehr weißt er auf Farin Urlaubs mehr oder weniger langerwartetes Solodebüt hin; erhältlich als CD und Vinyl, in Stereo und ohne Features. Mit Intro und Outro – quasi als Hin- und Rückreise bzw. on/off, wenn man sich mit seiner Stereoanlage daheim in den Urlaub verabschiedet.
Nur ist es mit den Urlaubsreisen heutzutage wie mit den Musikalben … man gibt sein Erspartes hin und wird bei jedem zweiten einfach abgezockt und glattweg beschissen. Aber wir haben bei Farin gebucht und somit eine Spitzenunterkunft mit Ausblick (nettes Cover+Booklet), zudem Kaiserwetter und hinreißende Erlebnisse auf 14 Songs. Sogar die Ferienliebe fehlt nicht mit Tracks wie „Das schöne Mädchen“, „Jeden Tag Sonntag“, anschließend „1000 Jahre schlechten Sex“ und „Phänomenal egal“. Lustige, peinliche und nachdenkliche Erinnerungen bereichern uns fortan den Alltag. Letztere Sorte sind vor allem als „Am Strand“, „Abschiedlied“ und „Lieber Staat“ vertont.
Das Album folgt im großen und ganzen schon seinem Arbeitstitel, aber erstickt nicht an Wortspielereien um den Namen, um von meinen wegzukommen.
Andererseits lebt es aber auch von Wortspielen, verbalen Tächteleien sowie humorvollen Texten. Farin Urlaub eben. Sein Debüt klingt wie ein Teil der Ärzte (damit sich jeder den Stil vorstellen kann), vermengt mit eigenen Ideen. Hierbei positiv auffallend sind die dann und wann zu hörenden frischen Bläsereinlagen, viel Ska und etliche Anlehnungen an verschiedenste Musikrichtungen und Punk. Das Album untersteht einer ernsthaften, authentischen Herangehensweise und stellt eine Art dar, die das Leben spricht, wenn man es lässt.

Sven Liebsch

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