Integrale, Differentiale, Herleitungen und Diagramme, alles Dinge, die in der achten Stunde eher zum Einschlafen anregen, als dass sie vom Hocker reißen. Vor allem fragt man sich beim Einpauken immer wieder: „Wozu brauche ich den ganzen Quatsch?“
Der stink-normale Unterricht gibt darauf keine Antwort. Die Floskel, dass in der Schule für das Leben gelernt werde, kennen wir alle. Aber wie sieht das Leben, genauer gesagt das Berufsleben nach dem Abi wirklich aus? Was wird draußen erwartet? Was mach ich eigentlich mit der Hochschulreife? Welche Möglichkeiten habe ich sonst noch?
Fragen über Fragen. Bei der Beantwortung könnte das Arbeitsamt helfen. Wer jedoch schon einmal eine Berufsberatung mitgemacht hat, der weiß, wie viel man damit anfangen kann. Es ist dann doch besser, sich selbst ein Bild vom zukünftigen Job zu machen.
Der Verein „ABITURIENTEN fit für die Wirtschaft“ ist eine Alternative zum altbackenen Frontalunterricht in der Schule. In Projektgruppen bearbeiten Schüler und Studenten reale Aufträge aus der Wirtschaft.
„Interessante Aufgaben sind reichlich vorhanden“, sagt Vereinsmanager Bernd Dulitz. So designet zur Zeit eine Schülergruppe des Humboldt-Gymnasiums ein „Wassertaxi“, welches auf der Spree eingesetzt werden soll. Dabei entwerfen die Schüler nicht nur die äußere Hülle, sondern auch das Innere des Bootes. Vom Cockpit des Bootsführers angefangen bis hin zu den Sitzgarnituren der Fahrgäste. Eine andere Gruppe konstruiert ein neuartiges Feuerlöschsystem für die Anwendung in Krankenhäusern. Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit Antenne MV Karikaturen für den „dicken Bauer von Panschow“, der als Buchreihe erscheinen soll, entworfen.
„Wer sich ausprobieren möchte, verrückte Ideen spinnt und gerne kreativ arbeitet, kann bei uns mitmachen“, versichert Birgit Zippenfennig, Vorstandsvorsitzende des gerade neu gegründeten Vereins. Schüler würden Projekte bearbeiten, die ihnen Spaß machen und die spannend sind, weil sie „real“ bestehen, so die Lehrerin. Auf diese Weise lernt der eine oder andere vielleicht seinen zukünftigen Arbeitgeber kennen. Unter www.learningby.de steht alles, was man über den Verein wissen muss.
Kleiner Tip noch am Rande: In den nächsten Semestern können Schüler, die an anspruchsvollen Themen gearbeitet haben und diese als wissenschaftliche Arbeit dokumentiert vorlegen, sich dies als „besondere Lernleistung“ auf die Endnote anrechnen lassen. In diesem Sinne: Macht was draus!
(gs)