Quer:Hallo! Wer bist Du? Wo kommst du her? Was machst du?
P: Meinen Namen möchte ich nicht nennen. Ich komme aus Kuba und studiere Medizin im 2. Semester.
Quer:Wo wohnst Du genau in Greifswald?
P: Ich wohne in Schönwalde 2 in der Makarenkostraße.
Quer:Wie kommst Du in dieser Gegend zurecht? Schließlich gibt es dort doch viele nationalistisch Verwirrte.
P: Ich habe oft Angst, vor allem abends nach acht Uhr, wenn ich z.B. aus der Bibliothek nach Hause komme. Da vermeide ich es meist, allein zu fahren. Mir selbst ist bisher zum Glück noch nichts passiert. Allerdings hatte ein Freund von mir schon mehrmals Probleme mit solchen Leuten. Erst vor zwei Tagen hat irgendwer ihm seinen Briefkasten demoliert, nur weil sein Name der einzige ausländisch klingende auf den Briefkästen war. So etwas macht einem schon Angst. Es ist in letzter Zeit einfach viel zu viel derartiges in dieser Gegend passiert.
Aber seit ich vor dem Hörsaalgebäude einmal mit dem Spruch „Nigger lass deine Hosen runter!“ belästigt wurde, fühle ich mich auch in der Innenstadt nicht mehr wirklich sicher. Sie haben übrigens bis nach der Vorlesung auf mich gewartet, mich dann aber doch in Ruhe gelassen, wahrscheinlich nur, weil ich mit mehreren Kommilitonen aus der Vorlesung kam.
Quer:Behandeln dich die Leute, die du im Alltag auf der Straße triffst, in irgendeiner Form anders?
P: Nein, ich stoße tatsächlich auf allgemeine Akzeptanz. Man ist höflich, manchmal sogar einfach so interessiert. Ich z.B. werde in Geschäften genauso behandelt wie jeder andere auch.
Quer:Willst du nach dem Studium auch weiterhin hier wohnen?
P: Ich werde nach meinem Studium wieder zurück nach Kuba gehen.
Quer:Dann danke ich dir für das Interview.
P: Kein Problem!
(rc, wkjr)