"Mehr geben als nur Worte..."
So faßt Karin Langer das zusammen, was sie mit ihrem Literatursalon erreichen möchte.
Ab August 1992 trafen sich Karin Langer, Regine Reuter und 5 weitere kulturell aktive jeden Monat in Regine Reuters Wohnung, um gemeinsam Kultur zu erleben. Der Teilnehmerkreis wuchs ständig und so hat sich bis heute aus diesen absichtslosen Treffen eine bedeutende kulturelle Institution in Greifswald entwickelt, die Persönlichkeiten wie Günther Grass, Marcel Reich-Ranitzki oder Gregor Gysi in die Universitätsstadt holen konnte.
Wie diese haben alle Gäste des Literatursalons eine ganz besondere Note, und immer etwas zu präsentieren. Sei e ein neues Buch, Gemälde, oder eine musikalische Kreation. Der Literatursalon bemüht sch, diese zu kombinieren und sie seinen Besuchern hautnah erleben zu lassen.
Karin Langer ist aufgefallen, daß unter diesen Besuchern schon immer ein bemerkenswert hoher Anteil junger Leute zu finden war. Ob das an ihrem Bemühen um Aktuallität und gesellschaftliche Reflektion liegt, oder an der Offenheit der Veranstaltungen, die en aktives beteiligen der Besucher ermöglicht, ja sogar erwartet, ist dabei kaum feststellbar.
Die Zusammenarbeit mit dem Humboldt-Gymnasium, die gemeinsame Ausstellungen und Vorträge an der Schule ermöglicht, ist aber ein Zeichen dafür, daß Frau Langer eine stärkere Beteiligung Jugendlicher gerne sieht. "Oft geben mir junge Leute Gedicht, die sie nimandem sonst zeigen wollen.", sagt sie.
Der Salon organisiert jedoch nicht nur Lesungen, zu denen literarische Debütanten und lokale Autoren gerne eingeladen werden, Konzerte oder Ausstellungen. Kabarette, philosophische Runden, Märchenstunden, Diavorträge oder "LiteraTouren" gehören ebenfalls zum Programm.
"Kontakte habe ich in ganz Deutschland.", meint Frau Langer. Verlage, wie der eulenspiegelverlag, senden ihr ihr Jahresprogramm zu, aus dem sie ganz besondere Autoren auswählt und einlädt. Und auch ehemalige Gäste kommen immer wieder gerne, um ihre neuesten Werke zu präsentieren
"Wir haben inzwischen schon viele Ehrenmitglieder, und es werden ständig mehr.", sagt Frau Langer stolz.
Diese besuchen den Literatursalon regelmäßig, oft ohne Honorar zu verlangen.
"Ansonsten muß ich meine Gäste aer bezahlen." Die Einnahmen durch die Veranstaltungen gehen fast vollständig an die Künstler, sodaß der Salon kaum Geld zur Verfügung hat. Oft sind die Veranstaltungen daher auf Finanzkraft von außen angewiesen.
Das zu organisieren ist nicht sehr einfach. "Ich habe nicht einmal ein eigenes Büro!", beschwert sich Frau Langer. Im Galeria Café in der Lomonossow Allee 44 muß sie daher ihre Verhandlungenführen, auch wenn ihr dort jeder auf die Finger gucken kann. Dort stehen ihr lediglich drei ABM-Kräfte zur Seite.
Als gemeinnütziger Verein ist der Salon eigentlich auf Förderung angewiesen. "Von der Stadt kommt da fast nichts.", sagt Frau Langer dazu.
Aber der Gedanke, mit ihrer Arbeit den Menschen besondere Momente in ihrem Leben bereiten zu können, bleibt für sie Motivation genug, den Salon trotzdem weiterzuführen.
(b-mi)
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