Woodstock 69
Als erstes möchte ich vorweg nehmen, ich bin weder in der Zeit bzw. unmittelbar danach geboren. Ich bin in den frühen, man könnte auch sagen in der Mitte der Achtziger auf die Welt gekommen. Natürlich fragt man sich warum gerade ein junges Mädchen wie ich dazu komme, über ein Festival zu schreiben, dass schon ungefähr 32 Jahre zurückliegt und gar nicht der Musik der heutigen entspricht. Ganz genau kann und möchte ich es auch nicht erklären, denn dann wäre der ganze Zauber verschwunden warum mich dich Musik der 68er so fasziniert. Das einzige was ich zur Erklärung abgeben kann ist, dass meine Eltern mich auf den Geschmack gebracht haben.(Sie haben mich zu meinem ersten Konzert mitgenommen, da war ich 7 Jahre alt. Und seit dem höre ich nur noch handgemachte Musik, ohne irgend welche Computer und solchem Schnick-Schnack)
Zurück zum Thema. Woodstock, das beste Musikereignis der Neuzeit, natürlich meiner eigenen Meinung nach, fand vom 15.-17. August 1969 in Bethel statt. Warum dann das Konzert Woodstock heißt ist trotzdem leicht zu erklären. Zuerst wollten die Veranstalter unter anderem Michael Lang, das es im Musik- Mekka Woodstock von statten geht. [Unter anderem hat Bob Dylan („How many roads“) dort für einige Zeit seine Zelte aufgeschlagen.] Diese Idee teilten aber nicht die dort ansässigen Bauern und Farmer. Sie starteten einige „Gegendemonstrationen“. Also beschlossen sie in Bethel, NY 80km nord-östlich von New York auf dem Acker vom Farmer Max Yasgur das legendäre Musikertreff zu starten. Sie holten sich Unterstüzung von der Hog Farm aus New Mexico. Sie halfen beim Aufbau der Bühne auf der unter anderem Richi Heavens, CCR, Jimi Hendrix und noch viele mehr ihre Lieder trällerten. Außerdem nahmen sie die Aufgabe der Versorgung in die Hand. Es mußten ja schließlich über eine halbe Million Münder stopfen, auch wenn sie es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußten. Die Veranstalter nahmen einen Kredit von ungefähr 300.000$ auf, der letztendlich über eine Million überzogen wurde. Das war aber nicht das Problem, noch nicht.
Wir schreiben Freitag, den 15.August 1969. Mal abgesehen davon, dass schon viele Jugendliche am Donnerstag Nachmittag auf Yasgurs Farm kampierten, was wahrscheinlich auch am besten gewesen war, denn am Freitag meldeten örtliche Radio- sowie Fernsehstationen das auf dem Weg nach Bethel aus allen Himmelsrichtungen der High Way verstopft war. Leuten ließen ihre Karosserieren 25km vor dem Veranstaltungsort stehen und legten die noch zu bewältigende Strecke zu Fuß zurück. (es bestand nach dem Konzert nur das Problem, dass einige Leute ihre Autos nicht mehr wiederfanden. Und wie soll man das jetzt den Eltern erklären, die zum Einen gar nicht wußten, dass man bei Woodtsock war und zum Anderen auch bis dato glaubten ihr Auto steht noch wohl behütet in der Garage.) Durch den Kilometer langen Stau, der einzig und allein von den Fans verursacht wurde, kamen natürlich die Musiker auch nicht zur Bühne. Also mußten die Bands mit allen Geräten und sonstigen benötigten Sachen dahin geflogen werden. Da stellte sich ein weiteres Problem, es konnten entweder Musiker oder die Instrumente geflogen werden, aber auf keinen fall alles beides zusammen. So entstand ein Zeitproblem, denn die Fans, die nun schon über die geplante Zahl hinaus schossen, wollten unterhalten werden. Es ist auch zu erwähnen, dass das Konzert zu einem gratis Konzert erklärt wurde. Die Organisatoren hatten sich nämlich gedacht, damit das kassieren, der 18$ (3 Tageskarte) leichter fallen soll, einen Zaun zu errichten und ein einziges Kassiererhäuschen aufzustellen. Aber diese Überlegung führte dazu, dass das ganze einem Nadelöhr glich. Die Fans trampelten den frisch errichteten Zaun nieder und gelangen so problemlos auf das Festivalgelände. Die ungefähr 200.000 Leute, die bezahlt hatten, bekamen ihr Geld nach dem Konzert zurück, zu denen zählen auch, die nie auch nur einen Blick Richtung Bühne blicken konnten.
Nach dem dann die einen oder anderen Probleme gelöst wurden waren konnte Richi Heavens mehr oder wenig freiwillig auf die Bühne. Er war eigentlich erst aller frühsten für den dritten Tag eingeplant, da aber kein anderer zu diesem Zeitpunkt zu Verfügung stand, mußte er raus. „Ich gehe dort nicht als erster raus, sie werden mich umbringen“ Das war die erste Reaktion, die Heavens sagte, als er auf die gut 500.000 Leute blickte. Er ging trotzdem und „siegte“. Er spielte so um die 5 Stunden. Da ihm aber das Liedmaterial ausging, komponierte er gleich auf der Bühne „Freedom“. Er baute viele mit-sing Zeilen ein. Dieses Lied wurde ein Erfolg. Nach dem dann Richi Heavens singend von der Bühne verschwand, kam Country Joe McDonald. Michael Lang war eigentlich nicht damit verstanden, da er ihn für zu langweilig und arrogant hielt. Aber weitere Musiker waren bis dahin immer noch nicht erschienen. McDonald ging ohne seine Band auf die Bühne und spielte „I feel like I’m fixin‘ to die“ ein politische Lied über den damals aktuellen Vietnamkrieg. Er holte aber sofort alle Sympathien auf seine Seite als er das F... buchstabieren ließ. Das waren so mit unter die großen Ereignisse, die am ersten Tag geschahen. Natürlich spielten noch weitere wundervolle Bands an diesem Tag/Abend.
Samstag, den 16.August 1969 verlief eigentlich alles nach Plan außer das es am Abend fürchterlich zu regnen angefangen hatte. So wurde aus den grasgrünen Hügeln der Catskills ein riesiges Schlammgelände. Es störte natürlich niemanden auf den ersten Blick, denn die Mittagssonne war doch schon ziemlich heiß. Die Menschen konnte man auch nicht davon abhalten sich im Schlamm zu wühlen. Aber irgendwann war es auch denen zu viel. So nahmen sie alles worauf sie trommelten konnten uns riefen, sangen und sprachen: „NO RAIN“. (wenn man das auf Tonband hört, bekommt an ein ganz komisches kribbeln im Bauch, weil man mitfühlen kann). Es spielten an diesem Tag, unteranderem. Crosby, Stills, Nash and Young, Joe Cocker, Ravi Chankar und viele mehr.
Der dritte Tag war auch ohne besondere Ereignisse von statten gegangen. Dann am Montag morgen so gegen 4 oder5 Uhr morgens spielte Jimi Hendrix. Leider nur noch vor wenigen Leuten und den Saubermachleuten. Es sind schon sehr viele am Vortag abgereist. Er spielte die amerikanische Nationalhymne auf seiner Gitarre und baute die abgeworfenen Bomben über Vietnam ein. Er spielte wie ein junger Gott. Das soll es vom muiskalischem Teil gewesen sein.
Ich möchte aber noch zu einigen anderen Themen kommen. Natürlich wurden auch Drogen konsomiert. Vom einfachen Joint zu LSD. Es gab gefährlich Höllentrips, die aber nicht tödlich endeten. Das wurde und wird noch sehr gerne in den Medien behauptet. Es sind zwar leider insgesamt 3 Personen umgekommen. Ein junger Mann legte sich zwischen einem Traktor du seinem Anhänger schlafen, er wurde dann überfahren. Der zweite verließ das Erdenreich weil er eine Infektion aus Vietnam mitbrachte aber behandelt wurde der junge Mann gegen einen LSD Trip. Und der dritte verlor starb wegen einer Blinddarmvereiterung. So schlimm es auch sein mag, aber es waren keine Drogentote, sowie es in den Medien druckten. Im Gegensatz gab es 2 Geburten. (Bei Woodstock geboren werden, einer meiner Wünschen, auch wenn sich wahrlich nicht so leicht erfüllen läßt;-))
Zum Schluß komme ich zum Polizeischutz, der hier auch angesprochen werden muß. 3 Tage vor dem Start der Festivals verbot der Präsident der Polizei für den Staat New York, dass Polizisten dort im Dienst sein dürfen. Zum Glück hielten sich aber nicht alle an dieses Verbot und kamen trotzdem, zwar nicht in ihrer Uniform, trugen aber für die Vorort Anwesenden erkenntliche T-Shirts. Das Konzert von über 500.000 Menschen ist über die Bühne gegangen ohne jegliche Gewaltausschreitungen.
Als die Saubermachkolone schließlich aufräumen konnten, fand man unter anderem 5 Anwaltsroben. Also ist dies wiederum auch ein Beweis, dass nicht nur Wochend-Hippis, Vollzeit-Hippis, Studenten, Arbeitslose und viele mehr, das riesige Ereignis aufsuchten, so wie es mal wieder in derzeit stand, sondern auch Anwälte, Richter, klein Kinder und Babys.
Es war ohne Zweifel das friedlichste Konzert das je auf dem Erdenrund statt gefunden hat. Von dem Ausmaß, mit der Prominenz, den kleineren und größeren Katastrophen. Kein Wunder wenn heute über20 Million Menschen von sich behaupten sie waren bei Woodstock. Ich übrigens würde es auch gerne behaupten, aber mir würde es wahrscheinlich keiner abnehmen.
(ß)
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