|
|
![]() ![]() ![]() |
| STAIND Vielleicht hattest auch Du schon mal während einer klassischen TV-Zapperei, quer durch den Gemüsegarten der Musiksender das verheißungsvolle Glück , bei einer melancholischen Kerzenballade stehen bleiben zu dürfen. Wenn diese noch mit vier Männern von sentimentalen Grunge-Riffs, tiefgreifenden Texten bis hin zu progressiven Melodien unterlegt worden ist, dann kann es sich nur um Its been Awhile von Staind gehandelt haben. Zugegebenermaßen ist es zwar wirklich schon ein Weilchen her, aber so ganz aus dem Ohr ging der Titel dennoch nicht. Vielleicht gehörst du zu der Vielzahl von Menschen, die die Band nicht wirklich zuordnen kann??? Auch, wenn Dreifachplatin (also über dreimillionenmal verkauft) und wochenlang auf Platz 1 in den USA nicht gerade ohne sind. Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass die Nachfrage in der Nu Metal -Branche permanent wächst und Amerika sowieso musikalisch anders getrimmt ist, war das Album Break the Cycle auch in Deutschland nicht vom 1. Platz wegzudenken (weitere Nu-Metal-Vertreter wären: Limp Bizkit, Korn, Linkin Park, Alien Ant Farm...usw.). Eigentlich begann alles vielmehr spontan, als der Sänger Aaron Lewis 1993 in seiner Heimatstadt Springfield Gitarrist Mike Mushock und Drummer Jon Wysocki kennen lernte. Ihr erstes Konzert gaben sie auch schon im Februar 95, zu der Zeit noch mit einem anderen Bassisten, der nur kurze Zeit später von Johnny April ersetzt worden ist. So tourten sie für 1 1/2 Jahre quer durch New England (Massachusetts), bis sie im Sommer 1996 ihr erstes Album Tormented herausbrachten. Mit 1000 Besuchern ihrer Release-Party und 4000 verkauften Platten (innerhalb von 2 Jahren) blieben sie bis dorthin noch relativ verhalten, doch der Spieß sollte sich in den nächsten Jahren gewaltig umdrehen. Denn als sie von Sugarmilk gefragt worden sind, mit ihnen bzw. Limp Bizkit in Hartford zu spielen, da war der Deal so gut wie perfekt - Im ersten Augenblick zumindest, wenn sie nicht vergessen hätten, dass Frontmann Fred Durst relativ gläubig war, und als er sich das Tormented-Cover ansah, welches eine gekreuzigte Barbiepuppe und eine an einem Messer aufgespießte, blutige Bibel darstellte, feuerte er die CD durch den Raum und setzte alles was in seiner Macht stand in Bewegung, um diesen Support-Act zu verhindern. Doch es gelang ihm nicht ganz bzw. wurde er doch noch dazu überredet, ihnen eine Chance zu gewähren (was sich hinterher als glückliche Entscheidung herausstellen sollte). Zwar wurde Limp Bizkit mal eben von ihrem Supporter an die Wand gespielt, aber dennoch war Fred dermaßen begeistert, dass er ihnen ohne zu zögern seine Hilfe anbot. Limp Bizkit selbst stand bei Interscope unter Vertrag und hatte den nötigen Draht zu den wichtigen Leuten, so dass Flip Records (Fred Dursts eigenes Label) nicht länger auf sich warten ließ. So brachten sie 1999 ihr erstes Major-Debüt Dysfunction heraus. Dieses brachte ihnen eine Menge Prestige ein und konnte drei Titel erfolgreich auskoppeln, doch ist die musikalische Perfektion durch ihre individuelle Akzentuierung bis dato noch nicht ganz erreicht worden: Für geschulte Ohren dennoch auf alle Fälle nen Reinhörer wert. Neben den etwas härteren Core-Gitarren, derbe knüppelnden Drumpassagen und dem einmaligen Gesang, dennoch musikalisch nicht gerade anspruchslos. Etwas anders sieht es beim diesjährigen Break The Cycle aus. Hier wird die Message um einiges vorteilhafter durch einem enorm melodiöserem Wechselspiel zwischen Instrument und Gesang erreicht, der auch schon beim ersten Hinhören unter die Haut gehen kann. Vorrausgesetzt, man ist bereit für eine Kreuzung aus Depression, klarer Aussage und einer Menge Hintergrund: Ich bin nur ein ganz einfacher Mensch, der versucht, seine eigenen Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen... Eben, indem er sie in der Musik verarbeitet. ...Darin kotze ich mich richtig aus. Das ist alles. Und wenn das anderen Leuten hilft - gut., so Aaron, ganz bescheiden in einem Interview mit der WOM. Break the Cycle sollte man einfach schon mal gehört haben, vor allem auch dann, wenn die ruhigere, nachdenklichere Stunde eingetroffen ist und Outside (aktuelle Auskopplung) für die passende Atmosphäre sorgen soll. Was das Internet betrifft ist die Adresse der offiziellen Staindpage www.staind.com. Sie gibt neben den aktuellen Tourdaten und einem coolen Intro leider nicht viel her, sodass die deutschsprachige Fanpage www.staind-online.de.vu viel mehr zu empfehlen wäre. Dort kann man neben Photos, Wallpapers und Winamp-Skins so ziemlich alles finden, was das Herz begehrt, selbst wenn es nur ein paar Gitarrenakkorde sein sollten. Eines steht
jedenfalls fest: Staind ist heute bezüglich des Rocks ein ganz heißer
Tipp und sollte nicht außer acht gelassen werden, da selbst das
berühmte MTV Unplugged schon erfolgreich in Deutschland
ausgestrahlt worden ist. Gerade Break The Cycle gewinnt nach
mehrmaligem Hören immer mehr Pluspunkte, sodass die Grundlage für
eine wirklich gute Scheibe gelegt ist. Nun liegt es nur noch am Hörer,
sie für sich nutzen können... Philipp
Hagemann
Kontakt: philipp@quer-format.com |