Raum
für Mediation
Utopie
von einer gewaltfreien und lebenswerten Schule ?
Der
treue Quer-Freund wird sich vielleicht an den Artikel eine kleinen
Revolution in der 1. Ausgabe erinnern. Er beschrieb ein Projekt
am Humboldt-Gymnasium, welches das Leben in der Schule gewaltfreier und
v.a. lebenswerter machen sollte.
Nun,
das Projekt ist am 16. Januar einen entscheidenden Schritt vorangekommen.
In Anwesenheit der Verantwortlichen und unterstützender Kräfte
wurde feierlich der Mediationsraum für die Konfliktmanagementgruppe,
die jetzt einen gesicherten Stand am Humboldt hat, eröffnet.
Wir denken etwa ein Jahr zurück: Der Deutsch- und Philosophielehrer
Uwe Röser eröffnet seine Utopie von einer gewaltfreien und lebenswerten
Schule seinem frisch eingerichteten Projektkurs, der den Titel Psychologie
trägt. Er schafft es, die überraschten Schüler für
seine Pläne zu begeistern und beginnt mit ihnen und mit Unterstützung
der Uni und des Jugendamtes eine Ausbildung zu Mediatoren (Konfliktmanager).
Gleichzeitig entwickelten sie Pläne zur Optimierung des Schulklimas,
organisierten ein Camp, in dem alle Greifswalder Mediatoren zusammen kamen,
um sich auszutauschen und bemühten sich um die Errichtung einer eigenen
Örtlichkeit.
Als das Humbolt-Gymnasium einige Räume der benachbarten Weinert-Schule
zugewiesen bekam, war die Gelegenheit günstig. So wurde ein Raum
für die Mediatoren frei, den der Schulleiter Ulf Burmeister ihnen
gerne zur Verfügung stellte. Also besorgten sich die Schüler
Gelder, um Einrichtung und Wandfarbe zu kaufen. In völliger Eigenregie
wurde der Raum dann umgestaltet und erstrahlt nun in neuem Glanz.
Damit wurde ein Anlaufpunkt für Schüler und Lehrer geschaffen,
die sich mit für sie unlösbaren Problemen konfrontiert sehen.
Niemand sollte in einem solchen Fall Hemmungen oder Ängste haben,
die Mediatorengruppe aufzusuchen. Sie werden ganz sicher gewillt sein,
jedem zu helfen, der sich ihnen anvertraut.
Ihr Raum (13 im Erdgeschoss) ist in jeder 2. und 4. Pause sowie nach jeder
6. Stunde täglich besetzt und für jeden offen. Die gesamte Gruppe
trifft sich immer mittwochs um 14 Uhr.
René
Amling
Kontakt:
rene@quer-format.com
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Am Rande bemerkt:
Was ist Mediation
und wozu ist das gut?
Hast
du ein Problem, wird sich ein Mediator gerne mit dir hinsetzen und sich
geduldig und aufmerksam deine Sorgen anhören. Da zu Problemen und
Konflikten in der Regel mindestens zwei gehören, wird er vorschlagen,
beide Parteien in einem Gespräch zusammen zu führen. Dort kann
er unter konkreten Regeln durch gezieltes Fragen das Problem erhellen
und für beide Parteien sichbar machen. War dies erfolgreich, können
die Parteien Vorschläge machen, wie sie ihren Konflikt beenden und
sich dann auf den besten Weg einigen. Dieser wird dann in einem Vertrag
festgehalten, der zwar juristisch gesehen nicht bindend ist, aber den
Konfliktparteien eine Orientierung bietet, wie sie in Zukunft mit ihrem
Problem umgehen.
Das Ganze beruht auf völliger Freiwilligkeit und auf das Vertrauen
der Parteien zum Mediator und anders herum.
Dies ist vielleicht nicht der angenehmste Weg mit seinen Schwierigkeiten
fertig zu werden, doch es ist wohl der produktivste und immer noch besser,
als wenn sich die Schüler prügeln.
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